Die offizielle Definition für den Produktionsleiter und den Ersten Aufnahmeleiter sind eine ziemlich trockene Angelegenheit. Auf einem Spielfilmdreh vor nicht allzu langer Zeit hörte ich oft von so manchem Menschen „This is not my job!“ Ich sehe es für mich eher so: „It is not my job, BUT…!“

Wenn denn einer etwas nicht tun will oder kann, dann hat es der Produktions- und / oder der Aufnahmeleiter zu bewerkstelligen. Denn zumindest für den einen Moment ist nichts wichtiger, als dass Kamera und Regie ihrer Arbeit möglichst ungestört nachgehen können.

„Alles ist möglich“, das ist mein fester Glaube. So hat mich einmal ein Regisseur um 16:00 Uhr angerufen, um mir zu sagen, dass er für den nächsten Morgen um 6:00 Uhr er einen Siebenschläfer brauche – lebend, wohlbemerkt. „Alles klar!“ Ich legte den Hörer auf und machte mich daran, den kleinen Kerl zu finden. Um 19:00 Uhr bin ich in meine Tango-Stunde gegangen, am nächsten Morgen habe ich das gute Tier um 05:30 Uhr abgeholt und an seinen Bestimmungsort „verfrachtet“,

Universum Dokumentationen, „Und der Bus fährt weiter“ , ein Film über Opernbegeisterte, „Kurt Rydl – Der Gladiator“, „Jump!“, „Der fliegende Holländer – Fire and Ice“: Alle diese Projekte waren eine große Herausforderung. Alle hatten ihre kleinen Probleme, die ich als Aufgaben betrachtet habe und von denen kaum eines unlösbar gewesen wäre. Manch eines erledigt sich auch von selbst. Wo immer ich gedreht habe oder noch drehen werde: Ich sehe mich stets als Gast des jeweiligen Drehortes, nicht als Besitzer der Welt.

Gauchomedia