„It´s not JUST another project…“
Als „Produktionsleiter“
oder „Erster
Aufnahmeleiter“ bin ich wohl das Scharnier in der Schere
zwischen dem Produzenten - sprich dem nicht vorhandenen Geld - und
dem produzierenden Team, das – aus welchen Gründen auch
immer – entstandene Bedürfnisse hat, die meist teuer
sind. Der Produzent sagt üblicherweise aus Kostengründen
Nein. Ich sehe es als meine Aufgabe, soweit es möglich ist,
diese Dinge trotzdem möglich zu machen, manchmal auch über
Umwege. „Geht nicht“ gibt es nicht in meinem Vokabular. Inzwischen bin ich freiberuflicher Producer und berate als Produktions- Consultant verschiedenste Filmproduktionen sowohl inhaltlich, in der Recherche, als auch in der kosten-effektiven Abwicklung von Projekten.
Mein Weg war “Learning by doing”. Während des Studiums habe ich viel im Bühnenbau für kleine Off-Theater in Wien gearbeitet - bis hin zum vollverantwortlichen Bühnenmeister bei den Sommerfestspielen in Klosterneuburg. Ein Ausflug in die Schauspielerei war auch dabei - sechs Wochen Proben in Moskau, dann drei Wochen auf Österreichtournee. Die Schauspielerei habe ich schnell gelassen, aber das Tourneemanagement, das damals an mir hängen geblieben ist, hat mir viel Freude bereitet.
Ins Filmgeschäft bin ich mit einem Fahrerjob als Exklusivfahrer einer Schauspielerin zwischen Wien und München gerutscht. Danach ging es irgendwie weiter: Nochmals Produktionsfahrer, Produktionsassistent, Innen- und Außenrequisite, Sounddesign, Ausstattung, Bau von sonderbaren Konstruktionen wie einer in einem Eiswürfel eingefrorenen Violine im Hochsommer, Setaufnahmeleitung, Location Scouting, Aufnahmeleitung, Produktionsleitung, Herstellungsleitung für Dokumentationen, Image- und Spielfilme. Das Studieren ist dabei auf der Strecke geblieben. Die Welt des Filmes war viel spannender.
Das Aufwachsen in einer Familie, in der der Vater Architekt und Lehrer für Bau-, Möbelstilkunde und Freihandzeichnen an einer Schule für Bildhauer war, hat mir sehr geholfen. Ich habe in langer Arbeit eine Atelier-Wohnung „erschaffen“, die bisweilen auch als Set für diverse Produktionen dient, bin gerne und oft gereist, habe viel Zeit in Frankreich verbracht, was mir nicht nur das Sprechen der Sprache eingebracht hat, sondern auch ein hübsches Spielzeug - eine Citroen DS, die schon seit meiner Kindheit durch ihre Linienführung eine besondere Faszination auf mich ausgeübt hat.
Das Reisen, die Eltern, das Hineinwachsen in die Filmproduktion und das Talent, Probleme als lösbare Aufgaben zu betrachten, hat mir die Erfahrungen gebracht, von denen ich heute profitiere.
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